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Die Hand Gottes

Was ist der Unterschied zwischen dem verzweifelten Appell „die Hoffnung stirbt zuletzt“ und echter christlicher Hoffnung? Wir Menschen können uns zusammenreißen, wie wir im Deutschen so schön sagen, wir können unsere letzten Kräfte mobilisieren. Wir können in aussichtslosen Situationen sagen, es gibt für alles eine Lösung. Christliche Hoffnung lässt diese Strategien gelten, sie selber aber ist mehr. Christliche Hoffnung ist das von Gott in uns gelegte Urvertrauen und unsererseits die Pflege dieses Vertrauens in ihn: Wir als seine Geschöpfe und er als unser Schöpfer: Ja noch mehr: Wir als seine Töchter und Söhne. Er als unser Vater.

 

Ein Bub sagte zu seiner Mutter, als das Flugzeug in Turbulenzen geriet und sie sich ängstigte: „Warum hast du Angst? Wir sind doch in Gottes Hand.“ Ein schönes Bild: Die Hand Gottes. Dieses Bild wollen wir übernehmen. Unser Beitrag zur Hoffnung ist somit die ständige und bewusste Übung, nie aus Gottes Hand herauszufallen.

 

Leg dich am Morgen mit einem bewussten Akt des Vertrauens in Gottes Hand und bleibe untertags darin. Wenn du merkst, jetzt gleite ich langsam ab, dann begib dich gleich wieder zurück in seine Hand. Und wenn du dich am Abend schlafen legst, dann bete das letzte Gebet, das Jesus am Kreuz gesprochen hat: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lk 23,46)    

 

 

© Pfarrer Christoph Haider