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Sonntag - Tag des Lichts

Heute ist Sonntag. Dieser Tag ist ein Geschenk. Seit Jesus auferstanden ist, gibt es Hoffnung, die die ganze Welt betrifft, aber auch über die Welt hinausgeht. Selbst im allertiefsten Dunkel scheint ein Licht. Das Licht ist eine Person: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 9,5). Die Sonne, die Jesus Christus heißt, wird nie mehr untergehen. Die Erinnerung daran, aber auch die bleibende Gegenwart dieses Geschenkes feiern wir heute, an diesem Tag. Wo immer wir sind, zu Hause in Quarantäne oder unterwegs in einem Beruf im Dienst an den Mitmenschen, im Krankenhaus, im Krankenbett, die Strahlen des „aufstrahlenden Lichts aus der Höhe“ (Lk 1,78) sind da. Sie können überall eindringen, wo die Fenster der Seele nicht geschlossen sind.

 

Nachdem die meisten von Ihnen Jesus in der Feier der Eucharistie heute nicht physisch begegnen können, stärkt Sie umso mehr sein Wort. Wieder einmal überraschen uns die Texte der kirchlichen Liturgie.  Die biblischen Lesungen sind in diesen Tagen unsere Wegzehrung geworden, in der der Herr uns zeigt: Er steht über den Zeiten und spricht heute noch zu uns.

 

Heute im Evangelium: Jesus heilt einen Blindgeborenen. Darüber entsteht eine Diskussion. Es war damals ähnlich wie heute. Jeder gibt seinen Kommentar ab. Die Kommentatoren überschlagen sich in ihren Analysen. Jeder ist in seinem Weltbild verhaftet. Die meisten Zeitgenossen Jesu dachten an den Zusammenhang von Ursache und Wirkung: Krankheit als Folge von Schuld. Jesus bleibt souverän. Er geht über die Ursachenforschung hinaus und stellt fest: Schuld oder nicht Schuld ist jetzt nicht das Thema, „sondern die Werke Gottes sollen an ihm (dem Blinden) offenbar werden“ (vgl. Joh 9,3).

 

Mit diesem Wort wollen wir heute durch den Sonntag gehen. Die Werke Gottes sollen an uns und an dieser Menschheit offenbar werden. Herr zeige dich allen, damit sich dich erkennen und glauben, dass du das Licht bist.

 

 

© Pfarrer Christoph Haider