GLAUBENS-BLOG

Beitrag 52

Der Glaube ist Herzenssache

 

„Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz“ (Lk 12,34). Dieser Spruch ist eine Perle der Heiligen Schrift. An wen oder was denken wir besonders oft? Was oder wer ist für uns sehr wichtig? Worauf wollen wir nicht verzichten? In welche Richtung gehen unsere Interessen und Vorlieben?

 

Beim Evangelisten Lukas zielt der Satz vom Schatz und vom Herzen zunächst auf die Gefahr ab, das Herz an das Geld zu klammern. Materieller Wohlstand ist für den Menschen eine große Versuchung. Deshalb warnt Jesus mit besonders starken Worten davor. Jesus kommt in dem Zusammenhang auch auf den Tod zu sprechen, da dieser uns die Sinnlosigkeit einer materialistischen Lebenseinstellung vor Augen führt (besonders dramatisch in Lk 12,20). Was bleibt von all dem übrig, was ein Mensch in seinem Leben angehäuft hat?

 

 

Es geht aber nicht nur ums Geld, sondern um alles, was sich das menschliche Herz zum Schatz erwählt. Man kann sich auch zu sehr an Menschen festklammern. Alles, woran das Herz hängt, kann zur Abhängigkeit werden, zur Sucht, zum Götzen. Anstatt selber die Herrschaft über unser Herz auszuüben, beherrschen uns irgendwelche Dinge.

 

Was können wir dagegen tun? Wir können etwas sehr einfaches tun, nämlich glauben, und das im wahrsten Sinn des Wortes! Das Wort glauben – „credo“ – ist vermutlich eine Zusammensetzung der lateinischen Worte „cor“ und „dare“: das Herz schenken. Glauben bedeutet demzufolge: das Herz Gott schenken. Einen Wechsel vollziehen, von den vorläufigen Schätzen zum ewigen Schatz. Von dem, was unser Herz blockiert, zum Schatz, der uns die echte Freiheit schenkt.

 

Ist das etwas für uns alle oder doch vielleicht nur für besonders begnadete Menschen? In der Taufe haben alle Christen diesen Wechsel vollzogen. Wir selbst bzw. unsere Eltern und Paten haben im Taufversprechen dreimal gesagt: Ich glaube! Das galt im Sinne von:  Das Herz dieses Menschen soll von jetzt an unter der Herrschaft Gottes stehen. Nichts soll den Platz einnehmen, der Gott allein gehört.

 

Impuls: Vertrauen wir im Glaubensbekenntnis immer wieder unser Leben Gott an.

 

 

Gebet: Herr, mein Herz gehört dir. Dir vertraue ich.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Gisela Völker (Dienstag, 08 Oktober 2013 21:24)

    Ach, wie gut, dass wir noch den einen oder anderen Glaubensblog zu lesen bekommen! Ja, glauben können ist eine Herzenssache. Auch wenn sich immer mal wieder Zweifel einschleichen. Da kann man nur beten:"Herr , ich glaube, hilf meinem Unglauben". Der Glaubensblog ist da eine grosse Hilfe und Stütze.