GLAUBENS-BLOG

Beitrag 48

Der Glaube schenkt Frieden mit Gott

 

Das Thema ist eins zu eins übernommen aus dem Römerbrief: „Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus“ (Röm5,1).Der Apostel Paulus behandelt in diesem Brief die Frage, wie der Mensch vor Gott gerecht wird. In den Ohren unserer Gesellschaft  klingt diese Fragestellung heute fremd. Der Tendenz geht in Richtung Selbstrechtfertigung und Fremdbeschuldigung. Professor Raphael Bonelli, Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, nimmt diese Entwicklung kritisch unter die Lupe: Solange der Mensch in seiner selbst behaupteten Unschuld verharrt,  kann er auch psychotherapeutisch nicht geheilt werden. Bonellis entsprechender Wegweiser aus seelischen Sackgassen trägt den Titel: „Selber Schuld!“

 

Übertragen auf den Glauben bedeutet das: Wenn ich anerkenne, dass ich von mir aus gar nicht okay bin, sondern ein Sünder, ist der erste Schritt getan, um ein Gerechter zu werden. Nicht meine von mir selbst behauptete Qualität macht mich zum „guten Menschen“, sondern die Vergebung durch Gott. Ohne das Zauberwort „Verzeih mir“ wird der Mensch nicht gut. Es ist zu wenig zu sagen, jeder macht Fehler, alle Menschen haben Schwächen. Der Schritt vom „man“ zum „ich“ ist notwendig: „Gott, ich bin ein Sünder. Doch du kannst aus mir etwas Gutes machen.“ Nach katholischem Glauben geschieht diese innere Veränderung des Menschen erstmals in der Taufe. Sie zieht sich dann durchs ganze Leben in einem langen Prozess der „Erneuerung im Denken“ (vgl. Röm 12,2).

 

Bevor wir über den Frieden im Haus, im Land oder gar in der Welt sprechen, gilt es, den Frieden im Herzen erstehen zu lassen. Er ist eine Frucht des Glaubens, wobei der entscheidende Glaubensschritt das Anerkennen ist, dass es aus mir selbst nicht geht. Der gläubige Empfang der heiligen Sakramente ist eine starke Hilfe, um in diesen Frieden hineinzuwachsen.

 

Eine indiskrete Frage: Wie lange liegt bei mir der letztmalige Empfang des Beichtsakramentes zurück?

 

Herr, gib Frieden in unseren Tagen

und fang bei mir an!

 

Foto (c) Alfonso d'Agostino_Fotolia

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Gisela Völker (Sonntag, 08 September 2013 20:45)

    Hier ein Zitat aus "Gott und die Welt" von Papst Benedikt XVI:"Die Fähigkeit, Schuld wahrzunehmen, ist dann erträglich und entfaltet sich, wenn es auch dieHeilung gibt.Die Heilung wiederum gibt es eben nur dann, wenn es Lossprechung gibt. Psychotherapie kann zwar vieles tun, um Fehlschaltungen im seelischen Aufbau zu erkennen und zu bereinigen, aber sie kann nicht Schuld überwinden. Da überschreitet sie ihre Grenzen, und deswegen scheitert sie auch so oft. Schuld wirklich überwinden kann nur das Sakrament, die Vollmacht von Gott her." (Seite 455)