GLAUBENS-BLOG

Beitrag 45

Der Glaube hilft Freunde finden

 

Wie arm muss das Leben eines Menschen ohne Freundschaft sein. Wie entmutigend, wenn nie jemand anruft, nie jemand vorbeischaut, nie jemand an einen denkt, wenn ein Mensch buchstäblich vergessen wird!

 

Freundschaft ist nicht gleich Freundschaft. Es gibt freundschaftliche Beziehungen, die rein durch Interessen oder aufgrund von gesellschaftlicher Stellung zustande kommen. Wenn sie nicht tiefere Wurzeln hat, kommt und geht eine solche Art Freundschaft mit der Veränderung der Interessenslage oder mit sozialem Auf- und Abstieg.

 

Eine besondere Tiefe können Freundschaften entwickeln, wenn sie aus der gemeinsamen Freude am Glauben entstehen. Ich kann das bezeugen: Der Glaube hat mir einige ganz treue Freunde geschenkt. Auch ist mir aufgefallen, dass die Verbundenheit im Glauben die Unterschiede in Alter, Sprache und Herkunft relativieren kann. Gespeist werden solche Freundschaften durch die gemeinsame Beziehung zu Jesus Christus, unserem „großen Freund“, der seinen „Freundes-kreis“ ständig betreut und erweitert.

 

Zu diesem Freundeskreis gehören auch unsere himmlischen Freunde, die Heiligen. Deren Freude besteht unter anderem darin, die Beziehung zu uns aufrecht zu halten und an unseren Sorgen und Freuden Anteil zu nehmen. Im Glauben dürfen wir uns Lieblingsheilige wählen und um ihre Freundschaft bitten. Auch in diesem Sinn gilt ein Wort von Papst Benedikt „Wer glaubt, ist nie allein.“

 

Ein kritischer Leser wird an mich die Frage stellen: Warum hältst du den Glauben in Bezug auf Freundschaft für so wichtig? Die beste Antwort darauf habe ich in der Enzyklika „Lumen fidei“ gefunden: „Der Glaube erleuchtet auch die zwischenmenschlichen Beziehungen, weil er aus der Liebe kommt und der Dynamik der Liebe Gottes folgt (Nr. 50).“

 

Freundschaften bedürfen der bewussten Pflege: Den Kontakt auffrischen, kleine Zeichen der Verbundenheit setzen, sich Zeit nehmen, füreinander beten.

 

Danke, Herr,

dass du mir im Glauben

deine Freundschaft angeboten hast.

 

Foto (c) Frog 974 - Fotolia

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Kommentare: 1
  • #1

    Gisela Völker (Mittwoch, 21 August 2013 19:45)

    Im Mai ist unsere liebe Glaubensfreundin, eine Ordensschwester, gestorben. Wir vermissen sie sehr, aber es ist wie ein Wunder, dass sie uns trotz ihres Weggehens ganz nahe ist. Und wir fühlen, dass wir nach wie vor die innere Verbindung über unseren Herrn zu ihr haben. Das ist sicher ein grosses Geheimnis, aber wir sind sehr glücklich darüber und sehr dankbar. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann man rational nicht erklären.