GLAUBENS-BLOG

Beitrag 44

Der Glaube ist demütig

 

Über „Gott und die Welt“ zu diskutieren ist etwas anderes als über den Glauben zu reden. Bei Diskussionen über „Gott und die Welt“ können wir die Rolle eines Zuschauers einnehmen. Bei der Glaubensrede gibt es diese Zuschauerrolle nicht. Der Glaube betrifft die persönliche Ebene. Im Glauben geht es um Haltungen wie Hören, Staunen, Nachdenken, sich im Gewissen anrühren lassen, vor Gott Fragen stellen, sich von Gott in Frage stellen lassen, das Leben von Gott her umgestalten, das Erkannte weitersagen.

 

Zur Erinnerung: Die Blog-Beiträge zum Jahr des Glaubens sind gedacht als schlichte Anregung, um kleine Schritte der Einübung in den christlichen Glauben zu machen. Eine Art „Exerzitien im Alltag“ mit  konkretem Impuls zum Anwenden.  

 

Heute möchte ich der Frage nachgehen, welche inneren Haltungen beim Sprechen über den Glauben besonders wichtig sind. Im ersten Petrusbrief finden wir eine brauchbare Antwort: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt; aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen. (1 Petr 3,15). Bescheidenheit, Ehrfurcht und das Bemühen um ein reines Gewissen, innerhalb dieser Bereiche soll sich jede Glaubensrede abspielen.

 

Ehrfurcht benötigen wir, weil das Geheimnis Gottes in Jesus Christus so unaussprechlich groß ist. Bescheidenheit ist gefragt, weil der Glaube nicht unser Produkt, sondern das Werk Gottes ist. Das reine Gewissen gibt die Ebene an, auf der aller Austausch im Glauben geschieht: Wer zu anderen über den Glauben sprechen will, wird nicht nur auf Augenhöhe mit ihnen reden, sondern von Gewissen zu Gewissen oder wie John Henry Newman sagt „von Herz zu Herz“.

 

Die Inhalte unseres Glaubens sind groß. Der Glaube selber ist demütig.

 

Ein kleiner Impuls: Wir dürfen durchaus auf das Geschenk des Glaubens stolz sein, wenn wir den Glauben gleichzeitig demütig leben und bezeugen.

 

Herr,

mein Herz ist nicht stolz,

nicht hochmütig blicken meine Augen.

Ich gehe nicht um mit Dingen, die mir zu wunderbar und zu hoch sind.

(Psalm 131,1)

 

(c)Foto: Galyna Andrushko- Fotolia

 

 

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