GLAUBENS-BLOG

Beitrag 42

Der Glaube ist vernünftig

 

Wieder einmal befolge ich den freundlichen Rat, in den Blog-Beiträgen weniger Abstraktes als vielmehr Persönliches zu schreiben. In all den Jahren meines Dienstes in der Kirche befand ich mich noch nie in der peinlichen Lage, im Namen des katholischen Glaubens etwas „Unvernünftiges“ lehren zu müssen. Allerdings wurde ich oft genug von Gesprächspartnern gedrängt, privat doch zuzugeben, dass dieser und jener Teil des katholischen Dogmas oder der katholischen Wertevorstellung Unsinn ist. Es fiel mir bisher nicht schwer, in solchen Situationen offen zu gestehen, dass es in meinem Fall zwischen äußerem Eintreten für die Lehre der Kirche und innerer Zustimmung keinen Bruch gibt. Das heißt nicht, dass ich alles für gut und richtig halte, was Menschen innerhalb der Kirche sagen und tun. Aber bezüglich der wesentlichen Punkte der kirchlichen Glaubenslehre und Moral kann ich sagen, dass ich sie ohne Ausschaltung meines Verstandes mit echtem Herzblut vertreten kann.

 

Natürlich überschreitet unser Glaube oft die rein menschliche Ebene. Er geht über die Vernunft hinaus. Aber er verlangt von uns nichts, was gegen die Vernunft läuft. Manches scheint beim ersten Hinhören schwer verdaulich, ist aber bei genauerer Diagnose doch bekömmlich. Persönlich habe ich z.B. keine Sorge, durch wissenschaftliche Forschung könne eines Tages ein Fundament unseres Glaubens ins Wanken geraten. Im Gegenteil, ich bin überzeugt, dass echte Wissenschaft immer wieder dazu beitragen wird, die Glaubwürdigkeit der Botschaft Jesu zu erhärten.

 

Es sind ganz unterschiedliche Dinge, die mich von der „Vernünftigkeit“ des Glaubens überzeugen: Das gründliche Studium der Theologie und die ständige geistige Weiterbildung in Glaubensfragen. Das Geschenk, Menschen begegnet zu sein, die höchste Bildung und tiefen Glauben in sich vereinen. Das Beispiel der christlichen Märtyrer, denen das Festhalten am Glauben vernünftiger schien als die Rettung des eigenen Lebens. Der Inhalt des Glaubens selbst, der nicht nur mein Herz berührt, sondern auch meinen Verstand nährt.

 

Die Sommermonate eignen sich gut, wieder einmal ein gutes Glaubensbuch zur Hand zu nehmen und zu studieren.

 

Herr, schenke mir Erkenntnis und lass mich deine Wahrheit in Liebe annehmen!

 

Foto (c) MAXFX - Fotolia

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Kommentare: 1
  • #1

    gisela völker (Samstag, 27 Juli 2013 11:59)

    Ja, da kann ich nur empfehlen, das Büchlein von Papst Franziskus zu studieren. "Die Enzyklika Lumen Fidei" erfreut unseren Geist und unser Herz gleichermassen!