GLAUBENS-BLOG

Beitrag 40

Der Glaube ist ein Licht

 

Das erste Rundschreiben von Papst Franziskus mit dem Titel „Lumen fidei“ ist für unseren Glaubens-Blog eine Fundgrube. Im Sinne der Enzyklika dürfen wir den Glauben als ein großes Licht in unserem Leben betrachten. Echter Glaube ist nicht nur ein Ersatz. Mit Sprüchen wie „das muss man halt glauben“ oder „wer glaubt wird selig“ wird der Glaube leider auf die Stufe eines Ersatzmannes reduziert. Wo nichts anderes mehr hilft, darf er ins Spiel gebracht werden. Dem Glauben wird vielleicht zugetraut, das Herz zu erwärmen oder Trost zu spenden. Aber in den großen Fragen des Menschseins wird ihm gesellschaftlich oft nur ein Schattendasein zugewiesen.

 

Dem gegenüber stellt die Papstenzyklika die Behauptung auf, dass das Licht des Glaubens die Fähigkeit besitzt, „das gesamte Sein des Menschen zu erleuchten.“ (Nr.4) Die Enzyklika liefert auch eine Begründung, warum der Glaube das Leben als Ganzes hell macht: „weil er alle Ereignisse in Beziehung setzt zum Ursprung und Ziel von allem im Vater, der uns liebt“ (Nr.55).

 

Diesen Aussagen stimme ich gerne zu. Es ist ein großer Unterschied, ob wir Menschen unseren Ursprung und unser Ziel vor Augen haben oder nicht. Als Seelsorger berühren mich zwei Formen geistiger Not besonders. Wenn ich Leuten begegne, die ihr Gedächtnis verloren haben und Leuten, die in ihrem Leben keine Perspektive mehr sehen. Eine ähnliche geistige Not entsteht, wenn die Menschheit den Glauben an ihren Ursprung und an ihr Ziel in Gott verliert. Wo Gott, der Vater der uns liebt, nicht mehr erkannt und anerkannt wird, herrscht eine Form von geistiger Dunkelheit. Der Glaube hingegen vermag das Menschsein vom Anfang bis ans Ende zu erhellen. Er lässt uns den Ursprung nicht vergessen und stellt uns ein großes Ziel vor Augen. „Wer glaubt, sieht; er sieht mit einem Licht, das die gesamte Wegstrecke erleuchtet, weil es vom auferstandenen Christus her zu uns kommt“ (Lumen fidei, Nr.1).

 

Bitten wir oft um das Licht des Glaubens – auch für unsere Mitmenschen.

 

Mit Papst Franziskus wenden wir uns an Maria, die Mutter unseres Glaubens:  „Lehre uns, mit den Augen Jesu zu sehen, dass er Licht sei auf unserem Weg.“

 

Foto (c) Delphine - Fotolia

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