GLAUBENS-BLOG

Beitrag 38

Der Glaube schenkt uns Überblick


Den Stammlesern ist sichern aufgefallen, in welcher Tonart das Wort Glauben in den Blogbeiträgen verwendet wird. Mit Glauben meine ich eine Gabe und eine Aufgabe, die Überzeugung und ihre Anwendung, kirchliches Denken  und persönliche Gottverbundenheit. Mit dieser Klarstellung im Hinterkopf wollen wir uns auf den Weg des Nachdenkens machen.

 

Das menschliche Leben ist ein Auf und Ab, ein Hin und Her. Oft verlieren wir uns im Detail und sitzen irgendwo fest. Das komplexe Leben des Einundzwanzigsten Jahrhunderts trägt das Seine dazu bei, dass wir die Ziele leicht aus den Augen verlieren. An manchen Tagen ist der Überblick weg. Inwiefern kann uns dann der Glaube aus dem Dickicht heraus helfen?

 

Der Glaube hebt unseren Blick auf eine andere Ebene. Durch die Übung des Glaubens lernen wir, das Leben nicht nur ein- oder zweidimensional zu sehen. Gott führt uns zu einer mehrdimensionalen Betrachtung der Wirklichkeit. Aus einer A- oder B-Alternative wird manchmal eine C-Lösung. Da Gott die Zusammenhänge unseres Lebens besser weiß als wir, kann er uns im Glauben neue Zugänge und Ausgänge schenken. Worte der Heiligen Schrift zum Beispiel, die wir zu Rate ziehen, können manchmal einen solchen Perspektivenwechsel bewirken.    

 

Der Glaube kommt aus dem Ewigen und relativiert deshalb das Zeitliche. Ein Beispiel: An terminlich besonders dichten Tagen habe ich mehrmals die Erfahrung gemacht, wie das kurze Abtauchen in das Gebet Ruhe ins Getriebe bringt. Da klären sich manche Dinge von selbst, anderes wird erträglicher. Im alltäglichen Vielerlei ist oft schwer zu unterscheiden zwischen wichtig und unwichtig. Die Unterbrechung des täglichen Betriebs zum Zwecke des Betens lässt „unsere Seele ruhig werden und still“ (Psalm 131,2) und hilft, Prioritäten bewusster zu setzen.

 

Ein Rat: Bei Stress das Beten nie auslassen und auch nicht kürzen. Eher noch aufstocken!

 

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen Herr, sondern um die Kraft für den Alltag. Mach mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung. Schenke mir das Fingerspitzen- gefühl, um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist.

Antoine de Saint Exupéry

 

Foto © djama - Fotolia

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Kommentare: 1
  • #1

    Gisela Völker (Montag, 01 Juli 2013 20:56)

    "Bei Stress das Beten nicht auslassen..." Das bedeutet:eine grosse Disziplin walten lassen, aber um diese kann man auch bitten, wenn es einem schwer fällt, zur Ruhe zu kommen. Danke auch für das passende Zitat von Saint Exupery.