GLAUBENS-BLOG

Beitrag 37

Der Glaube baut auf


Es gibt so vieles in unserem Leben, das uns nach unten zieht. Ich nenne ein paar Beispiele:

 

Die Meinung anderer über uns. In einer Gesellschaft, in der jeder laut denken und sagen kann, was er will, ist es kaum auszuschließen, dass auch über uns viel gedacht und gesprochen wird. Was andere über uns sagen und denken, kann ein Tummelplatz für nach unten ziehende Gedanken sein.

 

Der Schönheitswahn. Schon Kinder  leiden manchmal darunter, wenn ein Körperglied nicht ganz so gestaltet ist, wie es die medialen Bilder als ideale Norm vorgaukeln. Zu meinen, andere seien perfekter als ich, das zieht nach unten.

 

Die Wellnessreligion. Nach unten gezogen werden wir, wenn wir nach dem Motto leben „Hauptsache gesund“. Früher oder später kommen Wehwehchen oder ernste Erkrankungen und was ist dann die Hauptsache?

 

Das Habenwollen. Nach unten ziehen uns überhöhte Erwartungen an das Leben. Je weniger wir gelernt haben, mit unerfüllten Wünschen zu leben, desto mehr werden uns alle Arten von Mängeln in Unruhe versetzen.

 

Bewusst gelebter Glaube zieht uns langsam aber sicher in die Gegenrichtung, von unten nach oben. Das  Charakteristische am christlichen Glauben ist seine aufbauende Art. Das hat mit der Auferstehung Jesu als Glaubensgrundlage zu tun. Das ganze Neue Testament bezeugt, dass Jesus Menschen aufgerichtet hat, die sich ihm anvertrauten. 

 

Der Glaube lässt uns fragen, was Gott über uns denkt. Das macht unabhängiger vom Urteil anderer über uns. Der Glaube befähigt uns zur Selbstannahme.  Wir lernen anzunehmen, dass wir Gottes geliebte Geschöpfe sind. Der Glaube weckt in uns die Dankbarkeit für alles, was wir haben. Diese erleichtert es, Krankheit und Entbehrung zu ertragen. Der Glaube stellt uns das ewige Leben in Aussicht. Dieser Ausblick verhindert, dass wir alles jetzt schon und sofort haben müssen.

 

Lassen wir uns beim Ansturm bedrückender Gedanken von Gott nach oben ziehen:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen:

Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

(Psalm 121)

 

Foto: (c) Alex Linebrink-Fotolia

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