GLAUBENS-BLOG

Beitrag 34

Der Glaube wächst in Stille


Nachdem ich dreiunddreißig Beiträge zum Thema Glaube geliefert habe, steh ich momentan an. Nicht, weil mir nichts mehr einfällt. Die Frage ist, ob diese Art von Glaubens-vertiefung noch Leute interessiert. In unseren Breiten hat sich mittlerweile viel „Event-Christentum“ etabliert. In lan-gen Nächten werden Kirchen für Powerpoint-Slide-Shows geöffnet, Jugendliche sind in Parks und Schlössern zu Festivals geladen, Künstler enthüllen und verhüllen vor und in Kirchengebäuden religiöse Denkmäler,…  

 

Müsste ich mir nicht etwas Besonderes einfallen lassen, um neue Aufmerksamkeit zu erregen? Mit dieser Frage im Hinterkopf stieß ich rechtzeitig vor Erstellung dieses Blog-Eintrags auf ein Zitat von Kierkegaard. Bei einem Krankenbesuch lag ein Bildband mit Sprüchen am Tisch. Diese Seite war aufgeschlagen: „Wenn alles still ist, geschieht am meisten.“ Danke Kierkegaard! Du bestärkst mich,  den Weg der kleinen, stillen Glaubensschritte weiterzugehen. Im Glauben ist es im Wesentlichen wie bei den Gartenpflanzen: Einmal gesät, wachsen sie in aller Stille heran und werden allmählich groß. So möchte ich den Glauben leben!        

 

Befragen wir kurz zwei Zeugen, ob wir mit dieser Auffassung richtig liegen. Der Prophet Elija machte am Gottesberg Horeb die Erfahrung, dass Gott nicht im gewaltigen Sturm, sondern in einem „leisen, sanften Säuseln“ ( 1 Kön, 19,12) zu entdecken war. Der Prophet Jesaja klagte das Volk an „die ruhig dahinfließenden Wasser von Schiloach verachtet“ ( Jes 8,6) zu haben. Er meinte damit die stille, schützende Macht Gottes, die wie die verborgene Quelle des Teiches Schiloach in der Mitte des Volkes Gottes wirkt.

 

Natürlich darf es Feste und Öffentlichkeitsarbeit der Kirche geben. Aber „am meisten geschieht, wenn alles still ist“. Das tägliche, treue und oft verborgene Bemühen ist die eigentliche Wachstumskraft des Glaubens. In diesem Sinn verspreche ich die Fortsetzung der schlichten Blog-Beiträge zum Thema Glauben.

 

Verzichten wir nie auf die täglichen und beständigen Übungen des Glaubens, die zwar kein Aufsehen erregen, aber den Glauben wachsen lassen.

 

Herr,

lass mich täglich neu

den Weg mit dir gehen.

Schenke mir im Glaubensleben

Geduld und Ausdauer.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Gisela Völker (Samstag, 01 Juni 2013 18:41)

    Jeden Samstag lese ich in freudiger Erwartung die nährenden Texte des Glaubensblogs. So bereite ich mich auf die sonntägliche Heilige Messe vor. DAnke für die ermunternden Beiträge. Ich möchte sie nicht mehr missen.