GLAUBENS-BLOG

Beitrag 30

Der Glaube ist resistent

 

Katholiken wird gelegentlich vorgeworfen, sie seien bildungs-resistent. Sie würden moderne Erkenntnisse ignorieren und hartnäckig an veralteten Denkmustern festhalten. 


In welcher Hinsicht soll der Glaube Widerstandskraft zeigen? In Bezug auf Bildung sicher nicht! Den Glauben mit der menschlichen Vernunft zu durchdringen, Fragen zu stellen und den Dingen auf den Grund zu gehen, ist Christenpflicht.


Mit resistent sein ist im Kontext des Glaubens etwas anderes gemeint: „Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten“ (Joh 14,23). Es geht darum, von Jesus und seiner Botschaft auch bei Gegenwind nicht abzuweichen. Wie in einer treuen menschlichen Beziehung ist auch der Glaube ein Zueinanderstehen in guten und in schlechten Zeiten. Weil der Glaubende zu Recht davon ausgehen darf, dass der Herr treu ist und zu seinem Wort steht, können wir gegenüber allen Auflösungserscheinungen des Glaubens resistent bleiben.  

 

Drei aktuelle Formen der Widerstandskraft des Glaubens möchte ich anführen:

 

Der Glaube ist Mode-resistent. Gläubige Menschen ziehen in wichtigen Fragen des Lebens nicht den Zeitgeist zu Rate. Sie lassen sich auch nicht von Mehrheiten beeindrucken. Der Grund für diese Resistenz ist weder Sturheit noch reines Festhalten an Traditionen. Es ist die innere Freiheit, die der Glaube schenkt. Weil der Glaubende sich von Gott getragen und geführt weiß, wird er in zunehmendem Maß unabhängig von Tagesmeinungen.   

 

Der Glaube ist  Alterungs-resistent. Frische und Dynamik im Glauben haben mit dem biologischen Alter nicht viel zu tun. Glaubensstarke ältere Menschen können  sehr beweglich sein. Papst Johannes Paul II. z.B. entwickelte sich mit zunehmendem Alter zum Motor einer weltweiten Jugendbewegung. Seine Erfindung der Weltjugendtage offenbarten einen jungen Geist in einem alten kranken Körper.    


Der Glaube ist Witterungs-resistent. Weil Gott uns näher ist als wir uns selbst, können wir auch in stürmischen oder trockenen Zeiten am Glauben festhalten. Wer auf den Herrn sich verlässt,  „ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte.“ (Jer 17,8)


In den kommenden Tagen bemühe ich mich, mehr auf die Stimme des Gewissens als auf die Stimmen von außen zu hören. 


Herr, mach meinen Glauben krisensicher

und schenke mir  innere Freiheit.

 

Foto (c) Jürgen Fälchle - Fotolia

 


 

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