GLAUBENS-BLOG

Beitrag 29

Der Glaube ist mutig


Ein bewusstes Leben aus dem Glauben ist mit Herausforderungen verbunden. Sicher gab es Zeiten, in denen die Ausübung des Glaubens in ein wohlwollendes und förderliches Umfeld eingebettet war. Doch insgesamt sind diese Zeiten selten. Die allgemeine Grunderfahrung eines Christen ist: Es braucht für den Glauben Mut.

 

Spielen wir ein paar Testbeispiele durch: Wir sind in gemischter Gesellschaft. Vor einer gemeinsamen Mahlzeit möchten wir ein Tischgebet sprechen… Wir fahren mit der Bahn oder sitzen im Flugzeug. Als Lektüre schlagen wir die Bibel auf… Es wird diskutiert über Gott und die Welt. Wir bringen unsere persönliche Einstellung zu Glaube und Kirche ein… Wir befinden uns in einem Urlaubshotel. An der Rezeption erkundigen wir uns nach einem katholischen Gottesdienst am Sonntag... Wir befinden uns gerade in einem mehrheitlich nichtchristlichen Land. Wir hängen das kleine Kreuz vom Halsband nicht ab…

 

Wer von sich sagen kann, dass solche Situationen ihn in keiner Weise herausfordern, der hat im Glauben einen hohen Grad an Tugend erreicht. Die meisten von uns werden diese Testbeispiele eher mit leichten Schweißausbrüchen in Verbindung bringen. Unser Glaube an Jesus Christus ist etwas sehr Persönliches. Aus diesem Grund verbindet sich mit seiner öffentlichen Ausübung eine gewisse Angst vor unangenehmen Blicken, unqualifizierten Bemerkungen oder Demütigungen.

 

Aber es ist nicht nur die Gesellschaft, die uns für den Glauben Mut abverlangt. Auch uns selbst gegenüber benötigen wir Mut zum Glauben. Die gegenteilige Variante ist immer die leichtere. Eine Glaubensübung auszulassen ist bequemer als im Glauben mehr zu tun. Was gibt uns dann trotzdem Kraft, in der Glaubenspraxis fortzuschreiten? Das Geheimnis liegt darin, dass mehr Mut im Glauben zu mehr Freude am Glauben führt. Jede mutige Entscheidung für Gott schenkt neues Licht am Horizont. Wer mit Gott rechnet, ihn einlässt, ihn festhält, erfährt das Glück der Gottesfreundschaft. Gott gibt uns grundsätzlich immer mehr als wir ihm zuliebe an Eigeninteressen abgeben. Mut ist der Weg zu dem je größeren Gott.

 

Ein Wort von Teresa von Avila zum Nachdenken: Nichts soll dich verwirren, nichts dich erschrecken. Alles geht vorbei. Gott allein bleibt derselbe.

 

Herr, gib uns Mut zum Glauben!   

 

(C)Kay G. - Fotolia

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