GLAUBENS-BLOG

Beitrag 27

Der Glaube ist nicht kompliziert


Leute mit Vorliebe für schnelle Lösungen tun sich mit dem katholischen Glauben manchmal schwer: Er sei zu kompliziert! Frägt man nach, in welcher Hinsicht der Glaube kompliziert ist, gehen die Antworten in Richtung Dogma und Moral.

 

Ein gewisses Verständnis für Menschen mit solcher Denkweise kann ich aufbringen: Sie kennen den Glauben vielleicht nur von außen, im Status eines Beobachters. Ich vergleiche das mit zwei unterschiedlichen Methoden des Hausbaus. Jemand kann ein Haus nach statischen und architektonischen Formeln untersuchen – ohne darin zu wohnen. Und jemand anderer kann dasselbe Haus wohnlich einrichten und darin seine Heimat finden. Was für den einen ein komplexes Gebäude ist, ist für den anderen sein Eigenheim.

 

Überaus wichtig sind für den Glauben Erfahrungen von Beheimatung im Katholischen. Wer durch Familie, Pfarrgemeinde, Jugendgruppe oder Gebetskreis eingebunden ist in ein christliches Milieu, hat ganz andere Chancen, den Glauben in seinen Zusammenhängen kennen zu lernen. Der christliche Glaube ist eben keine reine „Buchreligion“. Wer die Bibel bzw. den Katechismus der Katholischen Kirche studiert, braucht gleichzeitig den „Wohnraum“, um Glauben zu lernen.

 

Gute Erfahrungen mache ich als Religionslehrer von Sieben- bis Zehnjährigen. Je existentieller und familiärer Kinder mit den Inhalten des Glaubens in Berührung gebracht werden, desto treffsicherer sind ihre Erkenntnisse über den Glauben. Oft bin ich überrascht von der gläubigen Logik von Kindern, die scheinbar schwierige Themen des Glaubens auf den Punkt bringen können. 

 

Ein paar Kostproben. Auf die Frage, „wie stelle ich mir Jesus vor?“, gaben Kinder folgende spontane Antworten: „wie seinen Vater“, „wie ein Licht im Dunkeln“, „wie etwas Unsichtbares, denn Jesus ist so voller Licht, Wärme, Hoffnung und Liebe, dass ihn keiner sehen kann“, „wie ein Herz, das mir den Weg zeigt, ein Brot, das mich stärkt“, „wie ein Hirte für alle Menschen, für böse auch“, „wie eine Sonne, eine schöne Melodie, das Heiligste, was es je gegeben hat und das aller, aller Beste was es gibt, nämlich das Leben.“ 

 

Durch kleine und bewusste Glaubensschritte versuche ich immer mehr in die große Welt des Glaubens einzutreten.

 

Herr, offenbare mir die wunderbare Welt des Glaubens und hilf mir, komplizierte Gedankengebäude abzubauen!

 

 

 Foto (c) emmi-Fotolia

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Norbert (Samstag, 20 April 2013 19:32)

    Die absolute Indoktrination !!!