GLAUBENS-BLOG

Beitrag 26

Der Glaube ist  liebevolles Vertrauen


Von den zwölf Aposteln sagen uns einige Namen mehr, andere weniger. Besondere Assoziationen verbinden wir mit Thomas. Sein Name steht für das Thema „Selig, die nicht sehen und doch glauben“. Thomas wollte sich nicht auf die Erfahrungen anderer verlassen, sondern auf seine eigenen fünf Sinne. Deshalb erhielt er den Übernamen „der ungläubige Thomas“. Was ist daran so tadelns-wert, wenn ein Mensch nicht leichtgläubig ist, sondern seinen Glauben auf eine sichere Basis stellen will?

 

Die Glaubensschwäche, an der Thomas an den Tagen nach der Auferstehung Jesu litt, war nicht seine Forderung nach gründlichen Anhaltspunkten, es war eher seine Vergesslichkeit. Wie die meisten anderen Jünger auch, hatte Thomas große Lücken in seinem Erinnerungsvermögen. Der schreckliche Tod ihres Meisters war für sie ein derartiger Schock, dass sie fast alles vergessen hatten, was vorher gewesen war: Die großen Zeichen, die Jesus gewirkt hatte, seine Worte, die sie überzeugt hatten. Die Apostel hatten in Jesus den „Sohn des lebendigen Gottes“ erkannt und ihm ihr ganzes Vertrauen geschenkt. Ihr Glaube war so weit gegan-gen, dass sie für ihn alle übrigen Sicherheiten des Lebens wie Familie und Besitz aufgegeben hatten. Am entscheidenden Punkt aber erlitt ihr Vertrauen in Jesus den großen Einbruch. Sie konnten mit seinem Tod nicht gläubig umgehen.

 

Der auferstandene Jesus half dem Glauben seiner Jünger wieder auf die Beine. Auch die Zweifel des Thomas verstand Jesus zu zerstreuen, indem er sich von ihm sehen und berühren ließ. Damit gab uns Jesus zu verstehen, dass auch unser Glaube in den Prüfungen des Lebens standhalten, ja sogar wachsen kann, wenn wir uns von ihm helfen lassen. Mit seinem Wort „selig, die nicht sehen und doch glauben“ will er uns ermutigen, in schlechten Zeiten keine neuen Beweise zu fordern, sondern uns an alles zu erinnern, was in guten Zeiten an Vertrauen in uns gewachsen ist. Wenn Menschen in dunkler Nacht noch immer glauben können, ist das kein selbstsicherer oder verzweifelter Trotzdem-Glaube, es ist ein Glaube, der zu liebevollem Vertrauen gereift ist.

 

Eine österliche Übung: Rufen wir uns möglichst oft und lebhaft jene Strecken unseres Lebens in Erinnerung, in denen der Glauben uns förmlich getragen hat. Das wird unserem Glauben in schwierigeren Zeiten standhalten helfen.

 

„Mein Herr und mein Gott“ 

 (Joh 20,28)

 

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