GLAUBENS-BLOG

Beitrag 24

Der Glaube ist Gehorsam


Der erste Beitrag zum Jahr des Glaubens war dem Thema Hören gewidmet. Dazu gibt es heute eine Fortsetzung. Wenn am Anfang des Glaubens das Hören steht, muss es in der Folge zu einer Antwort auf das Gehörte kommen. Wer zur Erkenntnis gekommen ist, dass Gott uns sein Wort mitgeteilt hat, will diesem Wort seine Zustimmung geben. Weil Gott es  ganz verbindlich mit uns meint, können wir nicht unverbindlich bleiben. Glauben bedeutet also, Gottes Worten verbindliche menschliche Antworten zu geben. Wir können es Vertrauen nennen, ehrliches Bemühen, Gewissenssache oder Liebe, ganz kommen wir um das Wörtchen „gehorchen“ nicht herum.

 

Viele verzichten heute ganz auf das Wort Gehorsam, weil es im Laufe der Geschichte oft missbraucht wurde. Das aber ist nicht hilfreich, besonders in Sachen des Glaubens. Die Meinung, weniger „Glaubensgehorsam“ bedeute mehr Fortschritt oder Freiheit, kann ich nicht teilen. Meine Erfahrung lehrt mich, dass der Verzicht auf das Gehorchen im Glauben eher dazu führt, uns anderen Autoritäten unterzuordnen. Es entstehen Abhängigkeiten von Tagesmeinungen, man unterwirft sich dem Trend, wir gehorchen dem Bauchgefühl, das eigene Ich gibt den alleinigen Ton an…

 

Rund um den Karfreitag hören wir das Zitat aus dem Philipperbrief: Jesus war gehorsam bis zum Tod. Damit ist gemeint, dass sein menschlicher Wille mit dem göttlichen Willen seines Vaters eins blieb bis zur äußersten Erprobung. Indem Jesus bis zuletzt daran festhielt, befreite er uns Menschen von unserer Abnabelung von Gott und stellte die ursprüngliche Harmonie wieder her.

 

Den Weg, den Jesus uns als Urheber des Glaubens vorzeichnete, gehen wir Christen im Glaubensgehorsam nach. Dazu eine Frage: Was sind die größten Schädlinge des Glaubens? Nicht so sehr der Atheismus, viel eher die vielen, die sagen, „Ja, aber“ und „unter diesen Umständen vielleicht doch nicht“! Maria, Josef, Franziskus, Ignatius, Edith Stein, … das sind nur ein paar ausgewählte Namen für die vielen, die Gott im Gauben gehorchten. Er sprach sie an, in Freiheit hörten sie auf sein Wort und antworteten ihm mit hoher Verbindlichkeit.

 

Anstatt meinen Willen durchzusetzen oder mich auf meine Gefühle zu verlassen, lerne ich zu sagen: „Dein Wille geschehe!“  

 

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