GLAUBENS-BLOG

 Beitrag 23

Der Glaube ist ein Plus


Franziskus ist noch keine drei Tage Papst und hat uns bereits tief in das ABC des Glaubens eingeführt. In seiner ersten Predigt erinnerte er an den Unterschied zwischen einer wohltätigen NGO und der Gemeinschaft der Kirche. Papst Franziskus wurde dabei sehr deutlich: Jemand kann Bischof, Kardinal oder Papst sein, wenn ihm aber eines fehlt, hat er das Wesentliche nicht getan. Was ist dieses Eine? Es ist, Christus, dem Gekreuzigten, als Jünger nachzufolgen!

 

Papst Franziskus steht mit seiner Aussage über Jesus und das Kreuz  in den Spuren seines Namenspatrons aus Assisi: Nachdem dieser die Stimme des Herrn vor der Kreuzikone vernommen hatte, entschied er sich, durch Nachfolge des armen und gekreuzigten Jesus die Kirche aufzubauen, wie es das Evangelium nahelegt. Dieser Entschluss war ein großes Plus für die Kirche und die Menschheit.

 

Mit Jesus nachfolgen ist weder das Tragen eines Schmuck-Kreuzes noch die bloße Verehrung gemeint. Jesus, der Gekreuzigte will im Nach-Gehen erkannt und geliebt werden. Sören Kierkegaard hat dazu Bemerkenswertes geschrieben: Die Bewunderer gehen einer letzten Entscheidung für Jesus geschickt aus dem Wege. Die Nachfolger verbinden ihr Schicksal vorbehaltlos mit dem Schicksal Jesu. Bewunderer fragen: Was habe ich von Jesus? Die Nachfolger fragen: Was hat Jesus von mir? Die Bewunderer sonnen sich gerne und oft im Glanze Jesu. Die Nachfolger wenden sich gerne willig dem Elend der Welt zu. Nein – Jesus will keine Bewunderer; auf sie kann er verzichten. Auf Nachfolger nicht.“

 

Hemmt diese Art von Glauben nicht die eigene Freude? Nein! Das Kreuz ist ein Pluszeichen, schon rein optisch. Auf Musikpartituren weist das Kreuz darauf hin, dass eine Erhöhung stattfindet. Der Glaube sagt uns: Willst du mehr vom Leben haben, dann folge Jesus, dem Gekreuzigten. Er verschenkte sein Leben und fand es. Er verzichtete auf sein „Ich“ und verwirklichte es gerade dadurch. Benedikt XVI. zog bei seiner letzten Audienz ein Resümee seiner eigenen Erfahrung mit dem Kreuz des Herrn: Ich durfte erleben und erlebe es gerade jetzt, dass einem das Leben eben darin geschenkt wird, dass man es weggibt.“ 

 

In einem speziellen Bereich des Evangeliums versuche ich,  dem gekreuzigten Jesus bewusst nachzufolgen, z.B. im geduldigen Ertragen von Mühen und Schwierigkeiten.

 

Höchster, glorreicher Gott, schenke mir rechten Glauben, gefestigte Hoffnung und vollendete Liebe.

  (hl. Franziskus)

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0