GLAUBENS-BLOG

Beitrag 20

Der Glaube ist ein Entschluss

 

Ab und zu klagen Christen über Glaubenszweifel. „Gibt es Jesus wirklich?“ „Ich fühle Gott nicht!“ Solche Zweifel habe ich auch bei Jugendlichen entdeckt. Wenn  jemand so etwas mitteilt, ist es zunächst wichtig, herauszufinden, wo mögliche Ursachen liegen.

 

Es kann sein, dass die Informationsquellen mangelhaft sind. Ein Christ soll die Grundlagen des Glaubens kennen und mit seiner Vernunft erforschen. Papst Benedikt XVI. hat wie kein anderer zuvor die wechselseitige Beziehung von Vernunft und Glaube meisterhaft verteidigt. Der Gläubige hat ein Recht, zu wissen, worauf er sich einlässt. Leider ist der Bildungsstand in Glaubensfragen vielfach auf niedrigem Niveau. Meine Empfehlung: Kompetente Information und Weiterbildung im Glauben!  

 

Die andere Schwierigkeit ist der Mangel an gefühlsmäßiger Zustimmung zum Glauben. Unsere Generation leidet in dieser Hinsicht besonders. Vielleicht ist das deswegen so, weil wir in einer technisch hoch organisierten Welt leben und uns vom Glauben einen emotionalen Ausgleich erwarten. Bei jungen Menschen kommt hinzu, dass der Übergang von der  gefühlsbetonten kindlichen Phase zum reifen Glauben naturgemäß mit Schwankungen verbunden ist. Meine Empfehlung: Gefühle nicht überbewerten!

 

Glauben schließt noch eine andere menschliche Fähigkeit mit ein: den Willen. Vernunft, Gefühl und Wille, alle drei gehören zusammen. Der Glaube ist auch ein Entschluss. Täglich neu entschließe ich mich, die mir von Gott geschenkte Gabe einfließen zu lassen in mein Leben. Ob ich durch den Tunnel gehe oder ob mir die Sonne ins Gesicht scheint, ob ich weine oder lache, ich lasse nicht ab von meinem Gott, der sich mir in Jesus Christus zeigt. Indem ich täglich und gewissenhaft meine Zeit mit Gott verbringe, erkenne ich den nächsten Schritt. Wichtig ist, dass ich das, was ich im Glauben bereits erkannt habe, in meine täglichen Handlungen einbaue. So entdecke ich langsam Gottes Spur. Dieser folge ich vertrauensvoll, auch wenn ich sie oft erst im Nachhinein sehe.

 

Üben wir uns in unserem Entschluss, im Glauben einfach weiterzugehen.

 

Herr, ich will dir folgen, wohin immer du mich führst.

 

Foto (c)ely2000 - Fotolia

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Kommentare: 4
  • #1

    Mario (Montag, 25 Februar 2013 12:03)

    "Vernunft, Gefühl und Wille, alle drei gehören zusammen."

    Wo eine säkularisierte Gesellschaft einfach als Synonym für eine aufgeklärte Gesellschaft genutzt wird, fehlt augenscheinlich die Wahrnehmung davon, dass sich der heutige “Glaube” nicht mehr nur mit den althergebrachten Kategorien wahrnehmen lässt, die einen klaren Unterschied zwischen Vernunftgebrauch, Wissen und Glauben macht. Glaubensangebote beanspruchen heutzutage, ein angemessener Ersatz für die wissenschaftliche Auslegung und Auffassung der Welt zu sein bzw. bauen auf einer ebenfalls als solche verstandenen, “wissenschaftlichen” Ausgangslage auf. Spätestens hier ist für mich ein Verbindungspunkt zwischen moderner Religion und einer Art von Wissenschaftskonzeption denkbar, die den behaupteten Einheitscharakter der Wissenschaft unterläuft und –wie ich hoffe- verschiedene Vereinahmungen der sprichwörtlichen “Überprüf-” und “Nachprüfbarkeit” auf ein “Wissenschaftsverständnis” hin vergrößert.
    Anders als man vielleicht bisher annahm, sehe ich in der wissenschaftlichen Auslegung der Welt keinen direkter Gegensatz zur religiösen Auslegung (mehr).
    In diesem Punkt halte ich es durchaus mit Joseph Ratzinger (noch Papst): Er schreibt in seinem Buch: „Einführung in das Christentum“ „Vielleicht wird uns hier der Denkansatz der heutigen Physik (Anm. Quantenphysik) eine bessere Hilfe bieten, als die aristotelische Philosophie sie zu geben vermochte.“
    Dabei ist aber zu bedenken, dass Gott zumeist als Gegenstand des Glaubens verstanden wird. Glaube aber ist eine Lebensäußerung und keine Wissenschaft.

    Liebe Grüße aus Flaurling
    mario
    (moo_moo@web.de)

  • #2

    gisela völker (Dienstag, 26 Februar 2013 12:39)

    Im ersten Kapitel des "Einführung in das Christentum" wird Kierkegaard zitiert mit dem wunderbaren Gleichnis vom Clown und dem brennenden Dorf. Nachzulesen auf Seite 33. Finde ich persönlich sehr nachdenkenswert!!!

  • #3

    Mario (Mittwoch, 27 Februar 2013 11:53)

    Hallo Gisela,

    mich würde interessieren warum dir dieses Gleichnis gut gefällt bzw. „nachdenkenswert“ erscheint. Spiegelt es für dich die Situation der heutigen Theologie, in der die eigentliche Botschaft nicht mehr bis zum Gehör der Menschen durchdringt bzw. das Gesagte nicht (mehr) ernst genommen wird ungeachtet dessen Gehalt? Daher: Wird das Wesentlich nur noch als Clownerie verstanden? Oder wie siehst Du das?

    LG
    Mario

  • #4

    gisela völker (Donnerstag, 28 Februar 2013 19:50)

    Hallo, Mario,
    ich sehe in der Gestalt des Clowns einen Propheten, der spielerisch(mit Maske) uns Menschen zur Umkehr anregen möchte.- Der brennende Zirkus könnte auch ein Symbol des Menschen sein für die ewige Sehnsucht , die Nähe Gottes zu erfahren. Ich denke da an den brennenden Dornbusch oder die Feuersäule, die den Israeliten nachts den Weg weist.
    Feuer als Element der Vernichtung und gleichzeitig als mystische Gegenwart Gottes. Welch ungeheuerliche Spannung!
    Liebe Grüsse, Gisela