GLAUBENS-BLOG

Beitrag 15

Der Glaube bedeutet tun, was Jesus sagt


Das Modewort „Multi“ kennzeichnet irgendwie auch die glaubensmäßige Großwetterlage heute. Fragt man hundert Menschen, was glauben für sie bedeutet, bekommt man mindestens halb so viele Antworten. Die religiöse Multigesellschaft ist mit ein Grund, warum viele Christen sich aus dem kirchlichen Glaubensleben in eine individuelle Gläubigkeit zurückziehen. Sie begründen das oft mit kirchengeschichtlichen oder persönlichen Erfahrungen: Jedes zu genaue Festhalten an Glaubensbekenntnissen habe bisher nur zu Auseinandersetzungen geführt. Außerdem könne man den Glauben nicht an äußeren Vollzügen messen. Praktizierende Katholiken seien nicht immer die besseren Menschen…

 

Lassen wir diese Auffassung, die ich als Seelsorger oft zu Ohren bekomme, zunächst einfach so stehen. Dagegenreden ist nicht zielführend. Was ich im Gespräch mit getauften Christen aber immer voraussetzen darf, ist das Evangelium als gemeinsamer Bezugspunkt. Die biblische Auffassung von glauben sollte unbestrittene Grundlage aller Christen sein. Nehmen wir eine Kostprobe aus dem Johannesevangelium. Anlässlich einer Hochzeitspanne fordert Maria zu folgender Haltung auf: „Was Jesus euch sagt, das tut.“ Wir können diesen einfachen Satz als Maßstab nehmen, wie authentisch oder selbstgemacht unsere Glaubenspraxis ist. Glauben bedeutet tun, was Jesus uns sagt.

 

Natürlich kann kein Christ alle Worte Jesu auf einmal und vollkommen umsetzen. Aber ob ich gläubig, weniger gläubig oder ungläubig bin, entscheiden nicht wir selbst. Richter sind die Worte Jesu. Darf ich drei zentrale Aussagen hernehmen: „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein.“ Die Stärke unseres Glaubens bemisst sich an unserer Aufrichtigkeit uns selbst, den anderen und Gott gegenüber. „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Die Feier der Eucharistie ist keine Fleißaufgabe, sondern Grundbestand des Glaubenslebens. „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.“ Wo die schenkende, selbstlose Liebe fehlt, herrscht Mangel an Glauben.

 

Eine kleine biblische Glaubensschulung: Ich schreibe mir einen mir bekannten wichtigen Satz aus dem Mund Jesu auf und nehme ihn mir eine Woche lang zum Motto meines Glaubenslebens.  

 

Herr, hilf mir tun, was du uns sagst. 

 

Kommentare: 1 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    gisela völker (Mittwoch, 23 Januar 2013 21:45)

    Ja, das tut gut: Eine Woche lang eine Aussage von Jesus im Herzen bewegen. Vielleicht sogar ein Impuls, der einen von Woche zu Woche trägt, von Monat zu Monat, ein ganzes Jahr.-Danke für die Anregung!