GLAUBENS-BLOG

Beitrag 13

Der Glaube lebt vom Tun


Vielleicht werden über das Thema Glaube zu viel gelehrte Bücher geschrieben. Ganz sicher trifft dieses Übermaß auf Diskussionen über Glaubensthemen zu. In unserer Gesellschaft kann jeder seine theologische Meinung abgeben, ob er vom Fach ist oder nicht. Das ist nicht gut so. Die meisten Menschen sollten in Glaubensfragen viel bescheidener reden. Experte des Glaubens wird man nicht durch die Fülle an Worten als vielmehr durch ein Leben aus dem Glauben. Deshalb sind die eigentlichen Fachleute die, die den Glauben einfach tun.

 

Ich denke vorwiegend an Menschen, die durch Leid geprüft werden und gerade dadurch im Glauben bewährt sind. Vor solchen Leuten habe ich große Achtung. Wir können schön vom lieben Gott reden, wenn wir ein Dach über dem Kopf haben, wenn täglich der Tisch gedeckt ist und das Leben in halbwegs geordneten Bahnen verläuft. Wenn aber Christen auf der Schattenseite der Erde leben müssen und dennoch Gottes Größe und Liebe bezeugen, nimmt die Glaubwürdigkeit zu.

 

Es tut jedem von uns gut, ab und zu ein Glaubenszeugnis eines solchen Menschen zu hören. Die mediale Welt erlaubt uns, quer durch die Kontinente zu surfen und die Schicksale unserer bedrängten Schwestern und Brüder kennen zu lernen. Auch auf dem Buchmarkt gibt es das eine oder andere Mut-Macher-Buch im Glauben. Besonders wertvoll sind Freunde oder Familienangehörige, deren Glaube wetterfest geworden ist. Gerade, wenn wir selber Schwankungen im Glaubensleben unterworfen sind, helfen uns Menschen, deren Glaube in Kälte und Hitze gereift ist. An ihnen können wir uns aufrichten.

 

Eine entsprechende Anregung: Bis zum Erscheinen des nächsten Glaubensblogs machen wir uns auf die Suche nach einem authentischen Glaubenszeugnis eines reifen Christen (Buch, DVD, Internet, Gespräch).

 

Herr, schenke meinem Glauben leuchtende Vorbilder, die mich motivieren.

 

Foto (c) A.E.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Christine Demel (Sonntag, 06 Januar 2013 21:59)

    Charles de Foucauld sagt, was diesen Glaubensblock zusammenfasst: "Es gehört zu deiner Berufung, das Evangelium von den Dächern zu rufen, nicht durch das Wort, sondern durch dein Leben." In der Stille zelebrierte er die Eucharistie, allein in einer andersgläubigen Welt. Er starb für den Glauben . Ohne viel Tamtam gab er Zeugnis .

  • #2

    gisela völker (Montag, 07 Januar 2013 20:39)

    Henri J.M.Nouwen gehörte zu den bekanntesten geistlichen Schriftstellern. Als er sich der "Arche-bewegung" anschloss (Lebensgemeinschaften mit geistiger Behinderung) schrieb er: Hier lernte ich , dass ich meine wirkliche Aufgabe darin zu sehen habe, mir- und durch mich anderen- von denjenigen, denen ich helfen wollte, ihre einzigartigen geistlichen Gaben reichen zu lassen.,