GLAUBENS-BLOG

Beitrag 12

Der Glaube bedeutet Segen


Abraham wird „Vater aller Gläubigen“ (vgl. Röm 4,17) genannt. Sein Hören und Antworten auf Gott war die Initialzündung für Glauben im biblischen Sinn. Auf Abraham dürfen sich alle berufen, die wie er Gott ihr Vertrauen schenken. Doch was kann uns der alte Mann an der Schwelle der Jahre 2012/2013 sagen? Unterscheidet sich ein Mensch wie Abraham wirklich von anderen Leuten? Was hat der Gläubige unterm Strich anderen Menschen voraus?

 

Die christliche Tradition hört aus den Versprechen, die Gott dem Abraham gab, vor allem eines heraus: „Ich werde dich segnen. Ein Segen sollst du sein“ (Gen 12,2). Damit ist eigentlich alles gesagt, was sich gläubige Menschen erwarten. Der Glaube verspricht kein schmerzfreies und problemloses Leben. Auch Gläubige haben hart an den Lasten des Lebens zu tragen. Aber sie wissen sich gesegnet.

 

Persönlich habe ich oft den Eindruck, Gott hätte nichts anderes zu tun, als sich um mich zu kümmern, wie es bei Abraham den Eindruck gibt, Gott hätte in der weiten Welt nur ihn im Auge. Diese Erfahrung mache ich - wie die meisten anderen Gläubigen vermutlich auch -  besonders in steileren Abschnitten meines Lebens. Gerade dann weiß ich mich von Gott behütet. Psalm 23 fällt mir ein: „Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil. Denn du bist bei mir.“

 

Gesegnet sein heißt also nicht, ab und zu ein wenig „Weihwasser“ von Gott abzubekommen. Segen heißt, ständig im Schutzraum Gottes leben. Ist das nicht  egoistisch gedacht, ich der Gesegnete, die anderen die Nichtgesegneten? Nein! Abraham erhielt keinen Single-Segen nur für seinen Haushalt: Er wurde gesegnet, um selbst ein Segen zu sein - für alle Völker der Erde. Wen Gott segnet, den macht er zu einem kleineren oder größeren Segens-Bringer für die Welt.

 

Ein Vorschlag: Sagen wir als Neujahrswunsch „Ein gesegnetes Neues Jahr!“

 

Christus, Herr, sei in mir, vor mir, hinter mir, unter mir und über mir, zu meiner Rechten und zu meiner Linken, wenn ich schlafe und wenn ich erwache.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    gisela völker (Mittwoch, 02 Januar 2013 13:46)

    "Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes, neues Jahr", sage ich zu einer unscheinbaren Frau, die etwas verloren in der Fussgängerzone steht mit ihrem "Wachturm" in der Hand. Wie wenn sich Vorhang öffnet, strahlt sie mich an mit ihrem freundlichen Gesicht. Ein kurzes Gespräch, in dem wir unsere verschiedenen Glaubensformen klarlegen. Aber in dem Bewusstsein, dass wir alle Gottes reichen Segen für unser Leben brauchen.- Herr, ich danke Dir für diese Begegnung, aus der ich wieder etwas gelernt habe.