GLAUBENS-BLOG

Beitrag 10

Der Glaube macht froh

Beschäftigen wir uns mit einer weit verbreiteten Meinung: Der Glaube der katholischen Kirche bestehe vor allem aus Vorschreibungen und Verboten. Noch schlimmer: Der katholische Glaube verbiete den Menschen die Lust.

 

Es kommt auf den Blickwinkel an. Denselben Vorwurf der Lustfeindlichkeit könnten wir auch unseren lieben Eltern machen: Eltern verbieten Kindern das lange Auf-bleiben am Abend. Sie erstellen für sie die Regel, zweimal täglich die Zähne zu putzen. Sie erwarten, dass Kinder ihre Hausaufgaben machen und erlauben ihnen nicht, auf der Straße fremde Leute anzureden. Deshalb meinen Kinder manchmal: Ihr bösen Eltern, alles, was schön ist, verbietet ihr uns! Erst später im Leben kommen sie darauf: Die meisten Verbote haben die Eltern aus liebevoller Sorge um uns aufgestellt.

 

Ähnlich ist es mit den Vorgaben der katholischen Religion. Die Kirche will uns nicht die Lust verbieten. Sie möchte uns zu reifen Christen erziehen. Um reif zu werden, braucht es den Verzicht. Wer immer alles gleich haben möchte, bleibt auf einer frühkindlichen Entwicklungsstufe stehen. Ich erinnere mich an ein Wort von Viktor Frankl: „Je mehr es dem Menschen um Lust geht, desto mehr vergeht sie ihm auch schon.“ Der christliche Glaube will uns von oberflächlicher Lust nur deshalb wegführen, damit wir die echte Freude finden.

 

In der Heiligen Schrift ist das Wort Freude ein absoluter Hit. Mehrere hundert Male finden wir in der Bibel den Begriff „Freude“ oder sich „freuen“. Das Ziel unserer Reli-gion ist die Freude: „Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird“ (Joh 15,11). Aber der Glaube sagt uns: Gebt Acht, bleibt auf der Strecke nicht vor dem Ziel stehen. Nehmt keine Abkürzungen, um zur Freude zu kommen.

 

Ein Alpinsportler wird auf seinem Abfahrtslauf keinen Abstecher in die Würstelbude machen, weil sein Glückserlebnis im Erreichen des Ziels liegt. Auch für uns Christen steht die ganz große Freude in der Zieleinfahrt, dem Einssein mit Gott. Die Strecke dorthin ist manchmal steil und das Training kann hart sein. Umso größer dann die Freude und jetzt schon die Vorfreude!

 

Zur Erinnerung: Wenn der Glaube einen Verzicht von uns verlangt, ist das immer mit einer Verheißung verbunden.

 

Herr, mach aus mir einen frohen Christen! 

 

Foto (c) Diözese Innsbruck

 

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Kommentare: 2
  • #1

    gisela völker (Sonntag, 16 Dezember 2012 19:05)

    Grosse Freude hatte ich heute, als ich in "Radio Maria" den Segen des Papstes empfangen durfte. - Ein echt schöner, heiliger 3.Advent!

  • #2

    Antonio (Mittwoch, 19 Dezember 2012 21:19)

    Schöner Beitrag.
    Die Freude soll immer, wenn möglich, aus den Gesichten der Christen ausstrahlen, damit die Leute die wahre Freude erkennen, die nur aus Jesus Christus kommt!