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Beitrag 06

Der Glaube verändert


Manchmal vermissen wir bei der Ausübung des Glaubens die positiven Auswirkungen auf unser Leben. Menschen, die mit dem Glauben wenig „am Hut haben“, und trotzdem gut leben, verunsichern uns. Noch nachdenklicher werden wir, wenn wir „Frommen“ begegnen, deren Leben so gar keine Leuchtspuren hinterlässt. Auch bei uns selbst stellen wir fest, dass Glaube und Leben oft unverbunden nebeneinander stehen.

 

Beim Aufschlagen des Evangeliums entdecken wir zwei große Linien. Die eine Linie zeigt uns das endgültige Ziel auf, worauf der Glaube ausgerichtet ist: „Unsere Heimat ist im Himmel“ (Phil 3,20). Wir dürfen an den Glauben nicht zu viele erdhafte Erwartungen stellen. Solange wir noch unterwegs sind, ist jedes Urteil, ob der Glaube uns etwas bringt, zu früh. Der Gläubige wartet geduldig auf den Tag der Ernte.

 

Die andere Linie, die sich durch das Neue Testament zieht, ist die Erkenntnis, dass der Glaube jetzt schon das Leben neu gestaltet. Der Apostel Paulus weiß sich von Christus so ergriffen, dass ihm sein bisheriges Leben wie „Unrat“ vorkommt. Auch wenn er um des Glaubens willen einiges einzustecken hat, möchte er mit nichts in der Welt mehr tauschen. Der Glaube hat die Kraft, das Denken, Fühlen und Wollen eines Menschen grundlegend zu verändern.

 

Es ist im Glaubensleben wie mit der aufgehenden Sonne. Niemand wird behaupten, dass die Welt bei Nacht oder Nebel eine andere ist. Die Dinge bleiben dieselben. Und doch verändert sich alles, wenn über der Erde die Sonne aufgeht.  

 

Der mit der Taufe geschenkte Glaube wurde in der frühen Kirche „Erleuchtung“ genannt. Diese schöne Bezeichnung hebt die neue Perspektive hervor, die uns der Glaube ermöglicht. Je mehr wir aus dem Glauben leben, desto mehr lernen wir, die Wirklichkeit von Gott her zu sehen. Dabei entdecken wir, dass überall seine Spuren zu finden sind.

 

Diese neue Sichtweise des Lebens, die uns durch den Glauben geschenkt ist, zeigt sich nicht von heute auf morgen. Der „Erfolg“ der Glaubenspraxis ist oft erst im Rückspiegel zu sehen. Dafür ist er nachhaltig und tiefgreifend. Der Glaube verwirklicht, wovon ein alter Trinkspruch nur träumen kann: „Immer wieder geht die Sonne auf und ein neuer Tag beginnt.“

 

Eine Übung: In einer stillen Stunde denken wir darüber nach, welche Lichtblicke der Glaube uns bisher schon geschenkt hat.

 

Herr, wir danken dir für die lichtbringende Gabe des heiligen Glaubens.   

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    gisela völker (Sonntag, 18 November 2012 17:11)

    Ich habe oft schon Menschen kennenlernen dürfen, die durch ihre Glaubenstreue ganz schwierige Situationen meistern konnten. Sehr ermutigend ist so etwas.