GLAUBENS - BLOG

Beitrag 04

Der Glaube hat einen Inhalt


Wenn Glaube eine lebendige Gottesbeziehung ist, schließt diese mit ein, etwas Konkretes über ihn aussagen zu können. Das ist im zwischenmenschlichen Bereich nicht anders: Ohne ein gewisses Grundwissen kann ich mich schwer auf einen Menschen einlassen. Je näher mir ein Mitmensch steht, desto mehr interessieren mich Herkunft, Lebenslauf und Vorlieben. Unser christlicher Gottesglaube kommt diesem Bedürfnis entgegen. Gott hat uns das Wichtigste über seine Person mitgeteilt, weil ihm an unserer Beziehung zu ihm viel liegt. Damit unser Glaube aus sicherer Quelle schöpft, gab uns Gott die Offenbarung.

 

Offenbarung im christlichen Sinn ist ein langer Weg des Zugehens Gottes auf die Menschen. Gott hat diesen Dialog mit Abraham begonnen. Er führte ihn weiter über Mose und die Propheten. Niederschlag der Selbstmitteilung Gottes war zunächst das Alte Testament. Dann schenkte Gott als Höhepunkt seiner Beziehung zu uns Menschen seinen Sohn. Jesus ist Gottes endgültige Botschaft an die Welt. Was die Apostel mit ihm erlebten und von ihm erfuhren, fand Einlass in das Neue Testament. Die Bibel aus beiden Testamenten ist der bleibende Schatz, aus dem Gottes Stimme uns noch immer anspricht.

 

Zum rechten Verständnis der Bibel braucht es die Gemeinschaft der Glaubenden. Die Bibel ist ja nicht vom Himmel gefallen. Die lebendige Überlieferung der Kirche ist wie das große Bachbett, in dem die Offenbarung Gottes auf uns zufließt. Um zu unterscheiden, ob Gedanken oder Gefühle, die wir Glauben nennen, von Gott kommen oder nicht, will uns das kirchliche Lehramt behilflich sein. Die katholische Glaubenslehre, Dogma genannt, gibt uns eine sichere Grundlage für unsere Gottesbeziehung. Romano Guardini sagt: „Das Dogma habe ich nie als Schranke, sondern als das Koordinatensystem meines Bewusstseins empfunden“.

 

Auf die konkrete Frage, woran wir Katholiken glauben, gibt es letztlich nur eine gute Antwort: Wir glauben an Gott und alles, was Gott uns durch seine Offenbarung mitgeteilt hat. Zu unserer Vergewisserung sprechen wir an Sonntagen und Feiertagen im Gottesdienst das Glaubensbekenntnis, das die Herzstücke des Glaubens zusammenfasst. Anstatt den Glauben nach eigenem Geschmack auszumalen, wollen wir so denken und leben, dass Gott ‚Geschmack‘ an unserem Glauben findet. Er will ja eine Beziehung zu uns aufbauen, deren Inhalt er selber ist. 

 

Eine kleine Überprüfung: Wann habe ich mich das letzte Mal in Glaubensfragen kompetent weitergebildet?  

 

Herr, ich danke für dein Interesse an mir. Vermehre mein Interesse an diund deiner Wahrheit.

 

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