GLAUBENS BLOG

Beitrag 02 

Der Glaube ist Geschenk

 

Welche Methode ist der beste Weg zum Glauben? In unserer westlichen Welt scheinen der Einstieg zum Glauben und der Verbleib im Glauben immer schwieriger zu werden. Fast sieht es so aus, dass bei den Fenstern zur Ewigkeit die Rollläden in dem Maß zugegangen sind als die Fenster der medialen Welt sich geöffnet haben. Die globalisierte Erde, die der Mensch heute vorfindet, ist zwar in sich total vernetzt, wirkt aber gegenüber dem Transzendenten eher wie ein Funkloch.

 

Auf der Suche nach Plätzen, wo Gott und Welt sich berühren, werden wir trotz all dem noch fündig: Wallfahrtsorte wie Fatima, Assisi, Lourdes, Klöster wie Taize oder Heiligenkreuz, Weltjugendtage in Köln, Madrid und Rio... Was diese Orte kennzeichnet ist weniger ein spezielles Programm als eher eine besondere Atmosphäre. Die Atmosphäre heißt Gebet. Es ist zwar nicht die Gesellschaft als solche, doch viele einzelne, die in solcher Atmosphäre Gott neu begegnen oder ihn das erste Mal entdecken.

 

Diese Erfahrungen verweisen uns an den Ursprung eines jeden Glaubens im christlichen Sinn: Der Glaube ist eine Gnade. John Henry Newman, ein tiefer christlicher Denker und spiritueller Führer, beschrieb den Glauben als „ein göttliches Geschenk“. Aber dieses Geschenk „wird durch Gebet gewonnen“. Der Glaube ist also ein Geschenk, das man erbitten darf! Mit Gebet ist nicht ein Hin und wieder gemeint. „Das Gebet muss geduldig und beharrlich sein“, sagt Newman. Es geht um ein tieferes Eintauchen in Gott. Ein Fisch lebt vom Wasser, das ihn umgibt, an Land geworfen, geht er zugrunde. Für uns Menschen ist das Gebet das Wasser, das unsere Seele umspülen muss. Außerhalb des Gebetes vertrocknet der Glaube.

 

Jesus belehrte seine Jünger, dass der Glaube nicht durch eine Methode erlangt wird, sondern durch die Gabe Gottes: Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt.“ (Joh 6,44). Glauben heißt, sich von Gott zu Jesus führen zu lassen. Wir dürfen davon ausgehen, dass Christus sich uns im Glauben zeigt, wenn wir geduldig und ausdauernd im Gebet seine Nähe suchen.

 

Im Markusevangelium wird uns von einem hilfesuchenden Menschen das schöne Gebet überliefert: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Mk 9,24) Vermutlich haben viele von uns öfter das Gefühl, dass uns die Gnade des Glaubens nicht in besonders hohem Ausmaß geschenkt ist. Das Gefühl kann täuschen. Besser ist, jedes auch noch so kleine Licht des Glaubens dankbar zu hüten. Wer für den ‚kleinen‘ Glauben dankt, dem kann Gott die nächste Einheit Glaubenslicht schenken. Manchmal vermehrt sich das Licht dann ganz rasch.                      

 

Eine kleine Gebetsübung: Wir bemühen uns, die täglichen Gebete bzw. kleinen Gebetszeiten, die wir uns vorgenommen haben, gewissenhaft einzuhalten. Wenn sie einmal unter den Tisch fallen, holen wir sie bei nächster Gelegenheit nach.

 

Ein Gebet für Zwischendurch: Herr, stärke unseren Glauben!  (Lk 17,5)   

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    cad (Montag, 26 November 2012 14:09)

    Vielleicht ist es leichter, statt Gebetszeiten nachzuholen, einfach wieder mit der Gebetszeit anzufangen, die dran ist.